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Am vergangen Mittwoch war es wieder so weit. Die erste Zugübung des Jahres stand beim Gefahrstoffzug des Landkreises Kusel auf dem Übungsplan. Die Übung fand dieses Mal in Schönenberg statt und wurde von der neu gewählten Gruppenführung der Dekon-P-Einheit Schönenberg-Waldmohr geplant und geleitet.

Folgendes Szenario bot sich den Einsatzkräften: ein LKW, beladen mit drei verschiedenen unbekannten Stoffen war in der Verlängerung Rathausstraße in Richtung Keltenhäuser verunfallt. Bei dem Unfall wurde der Tank des Fahrzeugs beschädigt, sodass ein Stoff austreten konnte. Ein Fass mit einem weiteren unbekannten Stoff fiel aus dem LKW und wurde ebenfalls leicht beschädigt, weshalb es bereits zum Ausgasen dieses Stoffes kam. Auf der Beifahrerseite wurde durch den Unfall ein drittes Behältnis mit unbekanntem Stoff aus dem Fahrzeug herausgeschleudert. Im Fahrzeug befanden sich der bewusstlose Fahrer und dessen Beifahrer.

Wie in der Realität fuhr zunächst ein Fahrzeug der örtlichen Feuerwehr, in diesem Fall der Feuerwehr Schönenberg-Kübelberg, die Einsatzstelle an. Die Besatzung des Tanklöschfarzeuges TLF 16/25 erkannte gemäß der GAMS-Regel zunächst die Gefahr der gefährlichen Stoffe anhand der am Unfallfahrzeug angebrachten Warntafeln. Weiterhin sperrte man die Einsatzstelle weiträumig ab und führte eine Menschenrettung durch. Zunächst wurde der Beifahrer aus dem Gefahrenbereich gebracht. Aufgrund des starken Ausgasens der unbekannten Stoffe war eine Rettung des Fahrers durch die ortsansässige Wehr nicht mehr möglich. Aufgrund der Gegebenheiten wurde als Spezialeinheit nun der Gefahrstoffzug alarmiert.

Erste Aufgabe des Gefahrstoffzuges war zunächst die Rettung des Fahrers aus dem Gefahrenbereich. Diese führte aufgrund der unbekannten , ausgasenden Stoffe ein Trupp, ausgerüstet mit Chemikalienschutzanzug (CSA) durch. Im Anschluss lag die Priorität auf der Identifikation der unbekannten Stoffe. Diese wurden schnell mittels geeigneter Software identifiziert, wodurch die geeigneten Maßnahmen eingeleitet werden konnten. Im weiteren Übungsverlauf wurde das weitere Austreten der Stoffe durch Umfüllen in andere Behälter und Abdichten verhindert. Bei den Stoffen handelte es sich um Stoffe, die in diesem Fall eine sich sehr großflächig ausbreitende Giftwolke verursacht hätten. Im Realfall wäre daher eine weiträumige Evakuierung der Bevölkerung notwendig gewesen. Die Auswertung einer besonderen Gefahrstoff-Ausbreitungssoftware ergab eine Giftwolke mit einer Reichweite bis nach Waldmohr.

Sowohl die Organisatoren, als auch die Zugführung des Gefahrstoffzuges blickten am Ende des Abends auf eine gelungene Übung zurück.